
AUFNAHMEDATEN
- EQ6-R mobil im Garten (Linie 2) , guiding 60/240 mm, ZwoASi 120mm, PHD2
- Teleskop: William Triple Apo Megrez 80/480
- Kamera: Canon 6D, iso 3200
- 2“ Astronomik L2-Filter (46x180s), Optolong L-extreme (102*300s), gesamt 10.8 h
- APP, PI, Affinity V3
- Aufnahmedatum: 24.,25.,27.31.05.2026, Dorflage Mecklenburg-Vorpommern an der Elbe, Bortle 4
Den kleinen Seifenblasennebel PN G75.5+1.7 kann man hier gerade so sehen, wenn man weiß, wo er liegt. Davon später mehr.
NGC 6888 – der Sichelnebel – ist ein spektakulärer Emissionsnebel im Sternbild Schwan, etwa 4700–5000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er entsteht durch die Wechselwirkung zweier Sternwinde des massereichen Wolf‑Rayet‑Sterns WR 136 (HD 192163): Ein extrem schneller, heißer Wind mit Geschwindigkeiten von über 1800–3000 km/s trifft auf eine ältere, langsamere Hülle, die der Stern vor rund 250 000–400 000 Jahren in seiner Rotriesenphase abgestoßen hat. Die Kollision erzeugt eine doppelte Schockfront, die den Nebel formt – eine äußere expandierende Schale und eine innere, nach innen laufende Schockwelle, die das Gas auf Röntgen‑Temperaturen erhitzt. Dadurch leuchtet NGC 6888 intensiv in Hα und OIII, was seine charakteristische sichelförmige Struktur prägt.
Der Nebel besitzt eine Winkelausdehnung von etwa 18′ × 12′ und einen physischen Durchmesser von rund 25 Lichtjahren. Visuell ist er trotz seiner fotografischen Helligkeit relativ schwach und erfordert meist UHC‑ oder OIII‑Filter, um seine Form im Teleskop sichtbar zu machen. Astrofotografisch zählt er zu den beliebtesten Sommerobjekten, da seine filigranen OIII‑Filamente und die komplexe Gasstruktur besonders in Schmalbandaufnahmen eindrucksvoll hervortreten. Entdeckt wurde NGC 6888 am 15. Dezember 1792 von Wilhelm Herschel. In der Zukunft wird WR 136 voraussichtlich als Supernova explodieren, was die Nebelhülle erneut komprimieren und zum Leuchten bringen könnte.
Quellen
- Wikipedia – NGC 6888: Basisdaten, Koordinaten, Entdeckung, Entfernung, physikalische Parameter
- Crescent Nebula – Wikipedia (EN): Entstehungsmechanismus, Schockfronten, Windkollision, Sichtbarkeit, physikalische Details
- NASA Science – Caldwell 27: Wolf‑Rayet‑Wind, Filamentstruktur, Hubble‑Analyse, zukünftige Supernova‑Entwicklung
- Astrocamp – Sichelnebel: Astrofotografische Eigenschaften, Schmalbandemission, Radialgeschwindigkeit, Beobachtungsumgebung
- DSO Catalog – Crescent Nebula: Größe, Entfernung, Windparameter, Massenausstoß, Filamentstruktur, Beobachtungshinweise
Diese reizvolle Zie hat mich schon Jahre lang begeistert und ich haben mit verschiedenen Teleskopen und Kameras Aufnahmen gemacht, die im folgenden dargestellt sind. Der Beginn ist eine widefield-Aufnahme mit einer Vollformatkamera und einem Apo (480 mm). Mit Schmalbandfiltern wie dem L-extrem-Filter sieht man die großflächigen Ha-leuchtenden Nebelstrukturen in diesem Gebiet.
annotierte Version davon:

weiter geht es mit dem Gegenteil, mit der größten Brennweite, die ich habe:

Aufnahmedaten
- EQ6-R in Gartensternwarte
- GSO RC 8“ (200/1600 mm), guiding Svbony 60/240 mm, ZwoASI 120MM-S
- ZwoASI 533 MC Pro, gain 101, -10oC
- Astronomik L2 (31×90 s), Optolong L-extreme (141 x 180s) gesamt 7.8 h
- Nina, PHD2, APP, Starnett++, Affinity Photo 2
- Aufnahmedatum 30.05.-28.06.2022
Ein reines RGB Bild ist gut für die natürlichen Sternfarben, aber die spezifischen Schockfronten hier mit OIII und Ha werden damit nicht entsprechend gewürdigt. Das ist besser mit einer Kombination von RGB und Schmalbandaufnahmen:

annotierte Version

ohne Sterne sieht man den Effekt von Schmalbandfilter noch deutlicher: RGB Bild, dann L-Extreme Bild, dann Ha aus dem L-extremebild extrahiert, dann OIII aus dem L-Extrembild extrahiert.




Man sieht deutlich die unterschiedliche Kontrastverstärkung bei Schmalbandfiltern spezifisch für Ha bzw. OIII.
Hier ein Kompromiss aus beiden Extremen: ein 10“ Newton 1000 mm Brennweite und eine APS-C Kamera (Mono).
Hier die LRGB-Variante.

AUFNAHMEDATEN
- EQ6-R in Gartensternwarte
- TsOptics 10“ f4 /250/1000 mm), guiding SvBony 60/240 mm ZwoASI120mm-s
- ZwoAsi1600MM Pro, -15oC
- Filter TsOptics LRGB 1.25“ (97:36:36:36*60s, gain 76), 1.25“ SvBony Ha 7 nm (61*300s, gain 136), 1.25“ Astronomik OIII 6 nm (20*300s), gesamt 10.1 h
- Flats, Darkflats, Darks, Bias
- Nina, PhD2, APP, Starnett++, Affinity Photo 2
Orientierung: Up is 348.9 degrees E of N (astrometry.net)
Aufnahmedatum: 04.-13.06.2023
LRGBHaOIII-Variante (mit RGB-Sternen)


Hier ohne Sterne, um den Seifenblasennebel am linken Rand besser zu erkennen.

Hier ist der Seifenblasennebel PN G75.5+1.7 größer zu sehen, bleibt aber schwach. Wenn man nicht genau weiß, wo er liegt, ist es im Bild mit Sternen schwer zu entdecken. Ein Tipp ist einer Sternkette wie ein großes ligendes „S“ in der Gegend zu folgen, die dann am oberen S-Ende darauf zeigt.
Der Seifenblasennebel ist ein extrem lichtschwacher, nahezu perfekt runder planetarischer Nebel im Sternbild Schwan, entdeckt erst 2008 durch den Amateurastronomen Dave Jurasevich und im Juli 2009 von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) offiziell als planetarischer Nebel klassifiziert.
Er liegt vermutlich rund 4.000 Lj entfernt, misst etwa 260″ (≈ 4,3′ × 3,9′) und zeigt eine dünne, gleichmäßige Hα/OIII‑Schale, die wie eine kosmische Seifenblase wirkt. Der Nebel ist eine fast perfekte sphärische Gasblase, entstanden durch das Abstoßen der äußeren Sternhülle eines sonnenähnlichen Sterns. Die OIII‑Emission bildet eine dünne äußere Schale, Hα zeigt zusätzliche innere Ringsegmente. Die extrem geringe Oberflächenhelligkeit erklärt, warum der Nebel trotz seiner Lage in einer gut erforschten Region erst so spät entdeckt wurde. Ein Traum jedes Amateur-Astrofotographen
