
Eine Leidenschaft für das Einfangen von Licht
Die computergesteuerte Technik erlaubt heute auch dem Amateur eine Qualität von Astroaufnahmen, die vor wenigen Jahren nur Profis mit großen Teleskopen von der Erde aufnehmen konnten.
Unerreichbar für Hobby-Astrophotographen bleibt heute fast nur die Qualität von Aufnahmen von Weltraumtelekopen wie Hubble (in Betriebnahme April 1990, heute noch aktiv) oder dem James-Webb-Teleskop (Sommer 2022).
Aber auch vergangene Weltraummissionen mit legendären Weltraumsonden (Voyager 1&2, NASA) und Cassini (ESA) haben Bilder geliefert, die in der Menschheitgeschichte bisher einmalig sind und für Amateure natürlich unerreichbar bleiben. Hier eine Blue-Dot-Bildcollage:

„Image credit: NASA“

Diese Bilder lassen Demut aufkommen von der kleinen unbedeutenden, fragilen Erde, die im weiten, überwiegend lebensfeindlichen Weltall schwebt.
Aber….. zurück zu der Amateur-Astrophotographie. Das sozusagen „Gute“ ist, dass die Profiastronomen mit den verschiedenen Weltraumteleskopen naturgemäß kaum Interesse an schönen Aufnahmen von den bekannten vielen DeepSky-Zielen (Galaxien, farbigen Nebeln, Art etc.) haben und diese berechtigterweise oft als „Pretty Pictures“ etwas abtun wegen des eher geringen wissenschaftlichem Gehaltes.
Die wissenschaftliche Astronomie mit ihren Großteleskopen auf der Erde oder mit Weltraumteleskopen ist heute ein ganz bedeutender Teil z.B. der theoretischen Physik, die wichtigen Fragen an astronomischen Daten versucht zu klären, wenn entsprechende Experimente auf der Erde mit Riesenbeschleunigern immer schwerer werden. Dabei werden gezielt nur die wichtigen Ziele in den Fokus genommen. die das betreffende aktuelle wissenschaftliche Interesse auch beinhalten könnten. Aufnahmen von 13.3 Milliarden alten Frühgalaxien z.B. sind wissenschaftlich enorm wertvoll, aber photographisch eben nicht sehr „hübsch“.
Durch die Aufgabenkonzentrierung in der Astronomie ergibt sich auch ein Grenzbereich, wo Amateure heute neue astronomische Phänomene endecken, für die Profis schlicht bisher keine Zeit gefunden haben, So wurden vor kurzer Zeit OIII-Riesennebelgebiete um M31, dem altbekannten Andromedanebel, gefunden (SDSO‑1, 2021 von Marcel Drechsler, Xavier Strottner und Yann Sainty mit 500 h Belichtung!!). Es ist der erste bestätigte Vertreter einer neuen Klasse: Ghost Planetary Nebulae (GPNe). Der Nebel ist so alt und dünn, dass er nur durch seine Schockfront sichtbar wird.
Fazit: Insgesamt ist für mich die Amateur-Astrophotographie von im Weltall sichtbaren Objekten sehr faszinierend gerade auch wegen des immer vorhandenen wissenschaftlichen Hintergrundes, die auch philosophische bis hin zu religiösen Aspekten beinhalten.




