NGC 7000 (Nordamerikanebel)

NGC 7000, der sogenannte Nordamerikanebel, ist ein großflächiges H‑II‑Gebiet im Sternbild Cygnus, dessen charakteristische Form durch die Wechselwirkung von ionisiertem Gas und dichten Dunkelnebeln entsteht. Der Nebel gehört zum ausgedehnten Emissionskomplex Sharpless 117, der gemeinsam mit dem Pelikannebel (IC 5070) eine der aktivsten Sternentstehungsregionen der Milchstraße bildet. Die Entfernung des Nebels ist aufgrund der komplexen Struktur der Cygnus‑Molekülwolke schwer exakt zu bestimmen, liegt jedoch nach modernen photometrischen und spektroskopischen Analysen zwischen 1.700 und 2.600 Lichtjahren. Die UV‑Strahlung eines eingebetteten O‑Sterns ionisiert das Gas und erzeugt die intensive Hα‑Emission, die den Nebel im sichtbaren Licht dominiert.

Grunddaten: NGC 7000 ist ein Emissionsnebel, katalogisiert als NGC 7000, Caldwell 20 und Sharpless 117. Er liegt bei RA 20h 59m 17s und Dec +44° 31′ 44″ (J2000) und besitzt eine Winkelausdehnung von etwa 120′ × 100′, was mehr als das Zehnfache des Vollmonddurchmessers entspricht. Die Flächenhelligkeit ist gering, obwohl die Gesamtlichtstärke im Bereich von 4–6 mag liegt. Quelle: SIMBAD Astronomical Database; NASA/IPAC Extragalactic Database (NED).

Physikalische Eigenschaften: Die Entfernung wird in der Literatur unterschiedlich angegeben. Eine präzise photometrische Studie von Straizys et al. (2014) nennt 2.590 ± 80 Lichtjahre, während andere Quellen wie die Encyclopaedia Britannica konservativ ~1.700 Lichtjahre angeben. Der physische Durchmesser beträgt etwa 100 Lichtjahre, und die Gesamtmasse des ionisierten und neutralen Gases liegt bei rund 4.000 Sonnenmassen. Die Ionisation wird durch einen eingebetteten O‑Stern verursacht, der in Infrarot‑Studien als 2MASS J20555125+4352246 identifiziert wurde. Spektral dominieren Hα‑Emissionen, ergänzt durch Linien von [O III] und [S II], die typisch für H‑II‑Regionen sind. Quelle: Straizys et al. 2014; Spitzer/Herschel‑Daten; Chandra X‑ray Observatory.

Struktur und Sternentstehung: Die markanteste Struktur des Nebels ist die sogenannte Cygnus Wall, eine Region intensiver Sternentstehung mit dichten Molekülwolken, Protostars und Herbig‑Haro‑Objekten. Der Dunkelnebel L935 trennt den Nordamerikanebel optisch vom Pelikannebel, obwohl beide physisch zur gleichen Molekülwolke gehören. Infrarotbeobachtungen durch Spitzer und Herschel zeigen zahlreiche eingebettete junge Sterne, während Röntgenmissionen wie Chandra hunderte T‑Tauri‑Sterne mit starker magnetischer Aktivität identifizieren. Gaia‑Daten deuten zudem auf expandierende Sternpopulationen hin, die durch Stellarwinde oder frühere Supernovae geformt wurden. Quelle: NASA Spitzer Science Center; ESA Gaia DR2; Bally et al. 2014.

Geschichte: Der Nebel wurde am 24. Oktober 1786 von William Herschel entdeckt. Seine charakteristische Form wurde erstmals 1890 von Max Wolf auf fotografischen Platten erkannt, was zur Benennung „Nordamerikanebel“ führte. Die Katalogisierung erfolgte später durch John Herschel im NGC‑Katalog und durch Stewart Sharpless im Sharpless‑Katalog von 1959. Quelle: Royal Astronomical Society Archives; Sharpless Catalogue (1959).

hier ein SHO Bild (Hubble Palette)

AUFNAHMEDATUM

  • EQ6-R mobil im Garten (Linie 2) , guiding 60/240 mm, ZwoASi 120mm, PHD2
  • Teleskop: William Triple Apo Megrez 80/480 mm
  • ZwoAsi1600MM-Pro, -15oC, gain 76, offset 50
  • Astornomik DeepSky SHO 1.25“ (41:30:35*150s), gesamt 4.4 h
  • 50 flats,darkflats, 100 darks, 200 Bias
  • Nina, PHD2, APP, PI, Affinity Photo 2
  • Aufnahmendatum: 04-06.08.2023