
- AUFNAHMEDATEN
- EQ6-R Pro in Gartensternwarte (Linie 1), guiding Skywatcher Evoguide 50Ed 230 mm, ZwoASI 220mini
- Skywatcher Quattro f4 200/800 mm
- Touptek 2600kma -5oC, gain 100/offset 100
- Baader 2“ LRGB (11.3h:2:2.5:2h), gesamt 17.9 h
- 50flats, darkflats, 100darks
- Nina, APP, PI, Affinity Photo 2
- Aufnahme Daten: 05.10.-26.12.2024, Bortle 3-4, aber bei Feuchtigkeit , teilweise Bodennebel; 17./18./19.10.2025
M45, die Plejaden, bilden einen der bekanntesten und auffälligsten offenen Sternhaufen der Milchstraße. Sie liegen im Sternbild Stier und befinden sich in einer Entfernung von etwa 440 Lichtjahren, womit sie zu den nächstgelegenen offenen Haufen zählen. Die scheinbare Gesamthelligkeit von rund 1,6 mag macht die Plejaden bereits mit bloßem Auge sichtbar; unter dunklem Himmel erscheinen sie als kompakte Gruppe aus mehreren hellen, blau‑weißen Sternen. Der Haufen besitzt eine Winkelausdehnung von etwa 110′, was einem realen Durchmesser von ungefähr 13 Lichtjahren entspricht. Das geschätzte Alter liegt bei rund 100 Millionen Jahren, wodurch die Plejaden zu den jungen Population‑I‑Haufen gehören. Die Sterne befinden sich überwiegend auf der Hauptreihe und zeigen die charakteristische blaue Farbe heißer B‑Sterne, darunter die prominenten Mitglieder Alcyone, Maia, Merope, Electra, Taygeta, Celaeno und Sterope.
Astrophysikalisch sind die Plejaden besonders interessant, weil sie von einem komplexen Netz aus Reflexionsnebeln umgeben sind. Diese bläulichen Staubstrukturen reflektieren das Licht der heißen Sterne und erzeugen die charakteristische nebelartige Erscheinung, die fotografisch deutlich hervortritt. Der Staub gehört nicht zur ursprünglichen Molekülwolke des Haufens, sondern ist interstellare Materie, durch die sich der Haufen gegenwärtig bewegt. Die Plejaden zeigen eine gut definierte Hauptreihe sowie zahlreiche Braune Zwerge, die durch tiefe Infrarotbeobachtungen nachgewiesen wurden. Dynamische Modelle deuten darauf hin, dass der Haufen langsam zerfällt und sich im Laufe der nächsten hunderte Millionen Jahre vollständig auflösen wird. Die Metallizität der Plejaden liegt leicht über dem solaren Wert, was typisch für junge Sternpopulationen im galaktischen Disk ist. Aufgrund ihrer Nähe dienen die Plejaden als Referenzobjekt für die Kalibrierung photometrischer und astrometrischer Methoden, insbesondere im Rahmen der Gaia‑Mission, die die Sternbewegungen und Entfernungen des Haufens mit hoher Präzision vermessen hat.
Für die Amateurastronomie sind die Plejaden ein klassisches Herbst‑ und Winterobjekt, das bereits im Fernglas eindrucksvoll erscheint. Fotografisch zeigen sich die feinen Reflexionsnebel besonders in langen Belichtungen mit breitem Spektrum; Schmalbandfilter sind für dieses Objekt ungeeignet, da der Nebel keine nennenswerte Emission zeigt. Die Plejaden gehören zu den meistabgebildeten Objekten des nördlichen Himmels und bieten sowohl visuell als auch fotografisch ein außergewöhnlich ästhetisches Erscheinungsbild.
Quellen: SIMBAD Astronomical Database, CDS Strasbourg; Gaia DR3 Astrometrie & Photometrie; NASA/IPAC Extragalactic Database (NED); Stauffer et al. (2007): The Age and Evolution of the Pleiades Cluster; Herschel Science Archive – Staubemissionen im Reflexionsnebel NGC 1435.
