
AUFNAHMEDATEN
- EQ6-R Pro in Gartensternwarte, guiding SvBony 60/240 mm ZwoAsi220mini PHD2
- TsOptics Photon 10“ f4 Newton, TSGPU, Svbony 60/200 mm Zwo Asi 120MM-s
- Zwo Asi 533 Mc Pro, -10oC, gain 101
- Zwo UV-IR cut (143×300 s, 11.9 h)
- Flats, Darkflat, Darks
- N.i.n.a. , PHD2, APP, Starnett++, Affinity Photo
NGC 3628 ist eine von der Kante gesehene Balkenspiralgalaxie im Sternbild Löwe und das dritte Mitglied des Leo‑Tripletts. Ihre Entfernung liegt nach aktuellen Messungen im Bereich von rund 34 bis 39 Millionen Lichtjahren, wobei unterschiedliche Methoden leicht voneinander abweichende Werte liefern. Die Galaxie zeigt eine markante, langgestreckte Silhouette, die durch ein breites, stark absorbierendes Staubband geprägt wird, das die gesamte Scheibe durchzieht und ihr das charakteristische „Hamburger‑Galaxie“-Aussehen verleiht. Die Winkelausdehnung wird je nach Quelle zwischen etwa 13 × 3 Bogenminuten und deutlich größeren, schwach leuchtenden Außenbereichen angegeben, was die niedrige Flächenhelligkeit der äußeren Strukturen widerspiegelt. Der physikalische Durchmesser wird meist im Bereich von etwa 145.000 Lichtjahren angegeben, in tieferen Aufnahmen jedoch auch deutlich größer vermutet, da die Galaxie ausgedehnte Gezeitenstrukturen besitzt.
Besonders auffällig ist der lange, asymmetrische Gezeitenschweif, der sich weit aus der Galaxie heraus erstreckt und durch die gravitative Wechselwirkung mit den beiden Nachbargalaxien M 65 und M 66 entstanden ist. In diesem Schweif wurde 2014 ein extrem kompakter Zwerggalaxienkandidat entdeckt, der als NGC 3628‑UCD1 bezeichnet wird und vermutlich ein durch die Wechselwirkung herausgelöster Sternhaufen oder ein entkernter Zwerggalaxienrest ist. Die zentrale Region von NGC 3628 zeigt schwache LINER‑Aktivität sowie zahlreiche H II‑Gebiete, was auf fortgesetzte Sternentstehung in den inneren Bereichen hinweist. Die Radialgeschwindigkeit liegt im Bereich von etwa 830 bis 843 km/s, was gut mit der Gruppenzugehörigkeit zur M66‑Gruppe übereinstimmt.
NGC 3628 wurde am 8. April 1784 von Wilhelm Herschel entdeckt und ist heute eines der bekanntesten Beispiele für eine edge‑on‑Spiralgalaxie mit ausgeprägtem Staubband. Für die Astrofotografie ist sie aufgrund ihrer niedrigen Flächenhelligkeit anspruchsvoll: Das Staubband reagiert empfindlich auf Kontraststreckung, und die schwachen Außenbereiche erfordern tiefe Belichtungen, um die volle Ausdehnung sichtbar zu machen. In mittleren bis langen Brennweiten zeigt die Galaxie ihre charakteristische Form besonders eindrucksvoll, während sehr tiefe Aufnahmen den Gezeitenschweif und die komplexe Umgebung innerhalb des Leo‑Tripletts sichtbar machen.
Quellen: (1) NASA/IPAC Extragalactic Database (NED) (2) SIMBAD Astronomical Database (3) Wikipedia: NGC 3628 (4) Astrocamp Deep Sky Catalog (5) Irwin et al. 2014, Discovery of UCD1 in the tidal tail of NGC 3628
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