NGC7635 (Bubble Nebula)

  • AUFNAHMEDATEN
  • Gartensternwarte mit  EQ6-R Pro,guiding Svbony 80/240 mm mit ZwoASI120mm-s
  • Teleskop: GSO Ritchey Chretien 8“ (200/1626 mm),
  • Kamera: Zwo ASI 533 Mc Pro, gain 101, -10oC
  • Belichtung: 1.25“ L-extreme (242x15s, 45x300s, 4.8 h)
  • Software: N.i.n.a., PHD2, APP, PI, Affinity Photo
  • Aufnahmedatum 12. u. 16.10.2022

NGC 7635, auch bekannt als Bubble Nebula oder Blasennebel, ist eine H‑II‑Region im Sternbild Kassiopeia, die durch den extrem starken Stellarwind („Wind-blown-Blubble“ Emissionsnebel) des massereichen O‑Sterns BD+60°2522 geformt wird. Der Nebel liegt in einer Entfernung von etwa 7.100–11.000 Lichtjahren, wobei unterschiedliche Messmethoden (optisch, Gaia‑DR3, Radio) leicht variierende Werte liefern. Die charakteristische Blase entsteht, weil der schnelle, heiße Sternwind auf eine dichtere Molekülwolke trifft und eine expandierende Stoßfront bildet, die sich als nahezu sphärische Hülle zeigt. Die Struktur ist asymmetrisch, da der Stern nicht im geometrischen Zentrum sitzt – verursacht durch Dichtegradienten im interstellaren Medium.

Der zentrale Stern BD+60°2522 ist ein O6.5‑Stern mit einer Masse von etwa 44 Sonnenmassen und einem extrem starken Wind von rund 2.000 km/s. Dieser Wind erzeugt eine heiße Innenregion, die theoretisch Röntgenstrahlung emittieren sollte; Beobachtungen mit XMM‑Newton zeigen jedoch nur schwache diffuse Emission, was auf schnelle Kühlung oder Leckage durch dünne Bereiche der Schale hindeutet. Die Blase selbst besitzt einen Durchmesser von etwa 6–7 Lichtjahren und zeigt ausgeprägte Emissionslinien: dominiert, während [O III] und [S II] die Schockfronten und ionisierten Zonen markieren.

NGC 7635 liegt scheinbar nahe dem offenen Sternhaufen Messier 52, ist jedoch nicht physisch verbunden, da die Entfernungen deutlich differieren. Die Umgebung besteht aus einer inhomogenen Molekülwolke, die die Expansion der Blase bremst und die asymmetrische Form verstärkt. Astrophysikalisch ist der Nebel ein wichtiges Beispiel für Stellarfeedback, also die Wechselwirkung massereicher Sterne mit dem interstellaren Medium. Modelle zeigen, dass die Form durch die Kombination aus Sternbewegung, Winddruck und variabler Gasdichte entsteht. Der Stern wird sein Leben voraussichtlich als Supernova beenden, wodurch die Blase vollständig zerstört und das Medium neu strukturiert wird.

  • NASA/IPAC Extragalactic Database (NED) – Objektparameter und Distanzangaben
  • SIMBAD Astronomical Database – Spektraltyp und physikalische Daten zu BD+60°2522
  • ESA XMM‑Newton Observations – Röntgenemission und Schalenstruktur
  • Hubble Space Telescope Imaging – Morphologie und Emissionslinien
  • Fachliteratur:
    • Moore et al. 2002, Wind-Blown Bubbles in H II Regions
    • Dewangan et al. 2017, Feedback of Massive Stars in Bubble Nebulae

hier eine Übersichtsaufnahme mit einem 80/480 mm Apo und einer APS-C Kamera. Man sieht die Kombination von NGC7635 und M52.

AUFNAHMEDATEN

  • EQ6-R mobil im Garten , guiding 60/240 mm, ZwoASi 120mm, PHD2
  • Teleskop: William Triple Apo Megrez 80/480
  • Kamera: Canon 550Da, iso 3200
  • 2“ Astronomik L2-Filter (34x300s), 2.8h
  • APP, PI, Affinity V3
  • Aufnahmedatum: 29.10.2021, Dorflage Mecklenburg-Vorpommern an der Elbe, Bortle 4

annotierte Version: