
- AUFNAHMEDATEN
- EQ6-R in Gartensternwarte, guiding 80/240 mm ZwoAsi120MM-s
- Skywatcher Quattro f4 (200/800 mm)
- ZwoAsi 1600MM Pro, gain 76, offest 50
- Astronomik DeepSky RGB (51:49:50x60s), gesamt 2.5 h
- Nina, PHD2, APP,PI,Affinity Photo2
- 50flats, darkflat, 10 darks
- Beobachtungszeitpunkt: 08.01.2024 (-8–12oC, Bortle 4)
Caldwell 14 bezeichnet den berühmten Doppelsternhaufen im Sternbild Perseus, bestehend aus den beiden offenen Sternhaufen NGC 869 und NGC 884, die gemeinsam eine der eindrucksvollsten jungen Sternansammlungen der Milchstraße bilden. Beide Haufen liegen im Perseus‑Arm der Galaxis in einer Entfernung von etwa 7.300 bis 7.600 Lichtjahren und besitzen ein geschätztes Alter von rund 13 Millionen Jahren, womit sie zu den jungen Population‑I‑Objekten zählen. Die scheinbare Gesamthelligkeit liegt bei etwa 3,7 mag, sodass der Doppelhaufen unter dunklem Himmel bereits mit bloßem Auge als nebliger Lichtfleck zwischen Perseus und Kassiopeia sichtbar wird. Jeder der beiden Haufen besitzt eine Winkelausdehnung von ungefähr 30 Bogenminuten, was in Summe etwa der Größe des Vollmondes entspricht.
Astrophysikalisch sind NGC 869 und NGC 884 bedeutsam, weil sie eine große Zahl massereicher, blau‑weißer B‑ und O‑Sterne enthalten, die sich noch in frühen Entwicklungsphasen befinden. Die Haufen zeigen eine gut definierte Hauptreihe sowie zahlreiche Überriesen und Riesensterne, die Hinweise auf die schnelle Entwicklung massereicher Sterne liefern. Ihre Position im sternreichen Perseus‑Arm führt zu einem kontrastreichen Hintergrund aus Feldsternen und Dunkelwolken, wodurch die blauen Sterne der Haufen besonders hervortreten. Photometrische Untersuchungen zeigen geringe interstellare Extinktion, während spektroskopische Analysen eine nahezu identische Metallizität beider Haufen bestätigen, was ihre gemeinsame Entstehung aus derselben Molekülwolke nahelegt. Dynamische Modelle deuten darauf hin, dass die beiden Haufen gravitativ miteinander verbunden sind und möglicherweise ein frühes Stadium eines Doppelhaufen‑Systems darstellen, das sich langfristig durch galaktische Gezeitenkräfte auflösen wird.
Für die Beobachtung bietet Caldwell 14 ein eindrucksvolles visuelles Erlebnis: Schon im Fernglas erscheinen beide Haufen klar getrennt, während Teleskope mittlerer Öffnung hunderte Einzelsterne zeigen. Fotografisch ist der Doppelhaufen ein klassisches Weitfeldobjekt, das besonders in RGB‑Aufnahmen durch die Mischung aus blauen Sternen, rötlichen Vordergrundsternen und dunklen Staubstrukturen beeindruckt. Aufgrund der fehlenden Emissionslinien sind Schmalbandfilter für dieses Objekt ungeeignet.
Quellen: SIMBAD Astronomical Database, CDS Strasbourg; Gaia DR3 Astrometrie & Photometrie; Currie et al. (2010): The Stellar Populations of the Double Cluster h and χ Persei; Harris et al. (2003): Young Clusters in the Perseus Arm; SEDS Caldwell Catalogue.

