
- EQ6-R in Gartensternwarte, guiding Svbony 80/240 mm mit Zwo ASI 120MM-S
- GSO RC 8“ 1624 mm
- Zwo Asi 1600 MM Pro, gain 76, offset 50, -15oC, 1.25“ LRGB Astronomik Deepsky (285:94:77:104 x 90s), gesamt 14h
- 50flats, darkflats. 20 darks
- Nina, PHD2, APP, PI, Affinity Photo
- Aufnahmedatum: 23.-29.02.2024, Bortle 4 Dorflage
NGC 2403, katalogisiert als Caldwell 7, ist eine intermediäre Spiralgalaxie vom Typ SAB(s)cd im nördlichen Sternbild Camelopardalis. Ihre Koordinaten betragen RA 07h 36m 51s, Dec +65° 36′ 09″, und sie besitzt eine scheinbare Helligkeit von 8.2–8.9 mag, wodurch sie zu den hellsten nicht‑Messier‑Galaxien des Nordhimmels zählt. Die Winkelausdehnung liegt bei 23.4′ × 11.8′, was einer physikalischen Größe von etwa 80 000–90 000 Lj entspricht. Die Entfernung beträgt rund 9.7–12 Mio. Lichtjahre, womit NGC 2403 ein vorgelagertes Mitglied der M81‑Gruppe ist.
Morphologisch zeigt die Galaxie eine flocculente Spiralstruktur mit kurzen, patchigen Armen, die reich an H‑II‑Regionen sind. Besonders hervorzuheben ist NGC 2404, eine der größten bekannten Sternentstehungsregionen überhaupt, mit einem Durchmesser von etwa 940 Lj, die an den nördlichen Spiralarm gekoppelt ist. Die Galaxie weist zahlreiche massereiche, heiße Sterne auf, deren UV‑Strahlung das Gas in den Armen ionisiert und die charakteristischen rosafarbenen Emissionsgebiete erzeugt. Beobachtungen im UV und Röntgenbereich zeigen, dass bereits mehrere dieser Sterne als Supernovae explodiert sind und Stoßwellen das Gas lokal stark aufgeheizt haben.
NGC 2403 ist astrophysikalisch bedeutsam, da Edwin Hubble hier die ersten Cepheiden außerhalb der Lokalen Gruppe nachweisen konnte – ein Meilenstein für die extragalaktische Entfernungsbestimmung. Insgesamt wurden später 59 Veränderliche, darunter 17 bestätigte Cepheiden, katalogisiert. Die Galaxie ähnelt strukturell der Dreiecksgalaxie M33, ist jedoch etwas größer und zeigt eine höhere Zahl aktiver Sternentstehungsgebiete.
Die Galaxie ist zudem Schauplatz mehrerer spektakulärer transitorischer Ereignisse. Besonders bekannt ist Supernova 2004dj, eine der hellsten Supernovae der letzten Jahrzehnte, die eine maximale Helligkeit von 11.2 mag erreichte. Weitere Ereignisse umfassen SN 1954J (heute als Supernova‑Imposter klassifiziert) sowie SN 2002kg. Diese Transienten machen Caldwell 7 zu einem wichtigen Objekt für die Untersuchung massereicher Sternentwicklung und eruptiver Sternphasen.
Aufgrund ihrer hohen nördlichen Deklination von +65° ist NGC 2403 für Beobachter in Mitteleuropa nahezu zirkumpolar und über große Teile des Jahres gut sichtbar. Ihre Helligkeit und Größe machen sie zu einem attraktiven Ziel für visuelle Beobachter und Astrofotografen; bereits mit 10×50‑Ferngläsern erscheint sie als elongierter Nebelfleck, während lange Belichtungen die Vielzahl an H‑II‑Regionen eindrucksvoll hervorbringen.
Historisch wurde die Galaxie am 1. November 1788 von William Herschel entdeckt. Trotz ihrer Helligkeit wurde sie nicht in den Messier‑Katalog aufgenommen, zählt aber heute zu den prominentesten Objekten des Caldwell‑Katalogs.
Quellen
- Wikipedia: Koordinaten, Morphologie, Entfernung, Cepheiden, Supernovae, physikalische Größe
- NASA Science / Hubble: H‑II‑Regionen, SN 2004dj, Sternentstehung, visuelle Erscheinung
- Caldwell‑Atlas (Thomas Hanrath): Beobachtungsbedingungen, Flächenhelligkeit, Jahreskulmination, Fotografiehinweise
- Wikiwand: Morphologischer Typ, Durchmesser, M81‑Gruppenzugehörigkeit, historische Daten, H‑II‑Regionen
- eSky / Glyph Web: Begleitgalaxien, Sichtbarkeit, Sternentstehungsregion NGC 2404
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