


Der Cirrusnebel, auch Schleiernebel oder Veil Nebula genannt, ist ein komplexer Supernovaüberrest im Sternbild Schwan, dessen anatomische Struktur aus mehreren klar abgegrenzten Filamenten besteht. Er stellt den sichtbaren Teil des sogenannten Cygnusbogens dar und befindet sich in einer Entfernung von rund 2.600 Lichtjahren von der Erde. Die heute beobachtbare Struktur entstand aus der Explosion eines massereichen Sterns, die vor etwa 8.000 Jahren stattfand (1). Die Überreste dieser Explosion bilden ein weit ausgedehntes Netzwerk aus ionisierten Gasfilamenten, die durch Stoßwellen, Magnetfelder und die Wechselwirkung mit dem interstellaren Medium geformt wurden.
Astronomisch gliedert sich der Cirrusnebel in mehrere markante Teilregionen. Das westliche helle Filament wird als NGC 6960 bezeichnet und liegt in unmittelbarer Nähe des Sterns 52 Cygni (1). Der östliche, besonders verzweigte Bereich umfasst die Strukturen NGC 6992 und NGC 6995, während südlich davon die Region IC 1340 liegt. Zwischen diesen Hauptfilamenten befinden sich weitere Unterstrukturen wie NGC 6974 und NGC 6979, die ein feines Netz aus Gasfäden bilden (1). Diese Filamente sind im optischen Spektrum besonders durch Emissionslinien von Hα, SII und OIII sichtbar, die auf die Ionisation des Gases durch die expandierende Stoßfront zurückzuführen sind.
Die physikalischen Dimensionen des Nebels sind beeindruckend: Mit einer Winkelausdehnung von etwa 3° am Himmel entspricht seine reale Größe rund 150 × 120 Lichtjahren. Trotz einer scheinbaren Gesamthelligkeit von etwa 7 mag ist der Nebel aufgrund seiner großen Flächenausdehnung nur schwer visuell zu beobachten, weshalb kontraststeigernde Nebelfilter empfohlen werden . Historisch wurde der Cirrusnebel am 5. September 1784 von Wilhelm Herschel entdeckt, der ihn als ausgedehnte, durch 52 Cygni verlaufende Struktur beschrieb und bereits die verzweigte Natur des östlichen Nebelteils erkannte .
In der modernen Forschung dient der Cirrusnebel als Beispiel für die Anatomie eines Supernovaüberrests, da seine Filamente die Dynamik von Stoßwellen und die Wechselwirkung mit dem interstellaren Medium besonders klar zeigen. Die feinen Gasstrukturen ermöglichen Rückschlüsse auf Temperatur, Dichte und chemische Zusammensetzung des Materials, das durch die Explosion in den Raum geschleudert wurde. Die Kombination aus großer Ausdehnung, klaren Filamenten und starker Emission in OIII macht den Cirrusnebel zudem zu einem bevorzugten Objekt für astrophysikalische Untersuchungen und für die Astrofotografie.
Die hellsten Teile des Cirrusnebel sind wie folgt katalogisiert:
NGC 6960: Der westliche Teil mit dem markanten hellen Stern 52 Cygni (s. oben)
NGC 6992, NGC 6995, IC 1340: bilden zusammen den östlichen Teil, die sog. “Hexenhand”
Pickering’s Triangle: umfasst den mittleren, nördlichen Teil
NGC 6974, NGC 6979: kleine helle Knoten im Cirrusnebel
Der Cirrusnebel ist, wie alle anderen bekannten Supernovaüberreste, eine Quelle von Radiostrahlung, aber wesentlich schwächer als der bekannte Krebsnebel in Taurus, dessen Alter erst 900 Jahre ist. Die Radiostrahlung vom Cirrusnebel wurde erstmals von D. Walsh und R. H. Brown am Jodrell Bank Observatorium in England entdeckt.
Quelle: Wikipedia, hpo-online.de
| Cirrusnebel | |
| Teleskop, Montierung, Komakorrektor, Guiding | oben TSOptics 10“ f4 Newton (250/1000 mm), EQ6R-Pro; TSGPU, Svbony 60/200 mm Zwo Asi 120MM-S Mitte Skywatcher 8“ f5 Newton (200/1000 mm), unten William Triple Apo Megrez f86 (80/480 mm) |
| Kamera, Filter Belichtung | oben: Canon 6D, L-extreme (29×180 s, 1.5 h), Mitte ob: ZwoASI 533McPro L-extreme (33x150s, 1.4 h), Mitte un: Canon 6D, L-enhance (41×300 s, 3.4 h), unten Canon 550D iso3200 (56x100s, 1.6h) |
| Software | N.i.n.a., PHD2, APP, Affinity Photo |
| Ort, Datum | Besitz, oben 25.08.2022, Mitte ob: 31.08.2021, Mitte un: 07.08.2022; unten 09.10.2021 |





