
| AUFNAHMEDATEN |
| ,EQ6-R Pro, in Gartensternwarte , Svbony 60/200 mm, Zwo 120 mm |
| TsOptics Photon 10“ Newton (250/1000 mm), TSGPU Komakorrektor |
| Canon 6D, 2“ Filter AL-2 , (120x30s, 6x300s), iso 3200 |
| 50flats/Darkflats, 30 darks |
| N.i.n.a., PHD2, App, Affinity Photo |
| Besitz, Mecklenburg-Vorpommern 23.04.2022 |
Abell 1656, der Coma‑Galaxienhaufen, ist ein extrem reicher Galaxienhaufen im Sternbild Coma Berenices und zählt zu den am besten untersuchten Strukturen des nahen Kosmos. Mit über 1000 identifizierten Mitgliedsgalaxien gehört er zur höchsten Richness‑Klasse und bildet gemeinsam mit Abell 1367 den Kern des Coma‑Superhaufens. Die mittlere Entfernung beträgt rund 99–102 Mpc (≈ 320–336 Mio. Lj), womit der Haufen trotz seiner Größe noch relativ gut zugänglich für optische und Röntgenbeobachtungen ist.
Die zentralen Regionen werden von zwei supermassereichen elliptischen Galaxien dominiert: NGC 4874 und NGC 4889, deren Gravitation und ausgedehnte Halos die Dynamik des Haufenzentrums prägen. Der Coma‑Haufen ist nahezu sphärisch aufgebaut und besitzt einen Durchmesser von etwa 1 Mpc, wobei die meisten Mitgliedsgalaxien elliptische oder lentikulare (S0) Typen sind. Spiralgalaxien treten überwiegend in den Außenbereichen auf, wo sie weniger stark durch die dichte Umgebung beeinflusst werden.
Die interne Dynamik ist extrem hoch: Die Geschwindigkeitsdispersion liegt bei etwa 1000 km/s, was auf eine enorme Gesamtmasse von rund 7 × 10¹⁴ M☉ hinweist. Ein Großteil dieser Masse besteht aus Dunkler Materie, deren Existenz erstmals durch Fritz Zwickys Untersuchungen 1933 vorgeschlagen wurde. Die sichtbare Materie allein könnte die hohen Relativbewegungen der Galaxien nicht binden, weshalb Coma als historisch bedeutender Schauplatz für die Entdeckung der Dunklen Materie gilt.
Der Haufen enthält zudem ein ausgedehntes, extrem heißes intracluster medium (ICM) mit Temperaturen von 8–9 keV, das stark im Röntgenbereich strahlt. Diese Röntgenemission wurde erstmals Ende der 1960er Jahre nachgewiesen und zeigt, dass Coma ein tiefes Gravitationspotential besitzt, in dem ionisiertes Gas durch Stoßprozesse und Akkretion aufgeheizt wird.
Abell 1656 liegt nahe dem galaktischen Nordpol, wodurch die Sichtlinie weitgehend frei von Staub der Milchstraße ist. Dies ermöglicht tiefe optische Surveys, die zehntausende Hintergrundgalaxien sichtbar machen und Coma zu einem Schlüsselobjekt für die Erforschung großräumiger Strukturen, Galaxienentwicklung in dichten Umgebungen und die Verteilung Dunkler Materie machen.
Quellen
Coma Cluster – Wikipedia; Coma‑Galaxienhaufen – Wikipedia (de); Chandra X‑ray Observatory: The Coma Cluster of Galaxies; Astronomy Magazine: 101 Must‑See Cosmic Objects – The Coma galaxy cluster; Abell 1656 – Akademik/Wikipedia‑Auszug

