
- AUFNAHMEDATEN
- EQ6-R mobil im Garten (Linie 2) , guiding 60/240 mm, ZwoASi 120mm, PHD2
- Teleskop: GSO 6“ f4 (150/600 mm)
- Kamera: Canon 6D, iso 3200
- 2“ Astronomik L2-Filter (299*120s) 10 h gesamt
- 50flats, darkflats, 100darks
- APP, PI, Affinity Photo 2
- Aufnahmedatum: 27.-29.04.2025
LDN 1236 ist eine ausgedehnte, jedoch sehr schwach ausgeprägte Dunkelwolke im Sternbild Draco, die im Lynds Catalog of Dark Nebulae als Objekt mit geringer Opazität geführt wird. Dunkelnebel dieser Art werden ausschließlich durch die Abschwächung des Sternenlichts sichtbar, die durch interstellaren Staub verursacht wird. Da LDN 1236 nur eine geringe Extinktion aufweist, ist die Wolke auf fotografischen Platten und modernen CCD‑Aufnahmen lediglich als feine, kaum wahrnehmbare Struktur erkennbar.
Die Lynds‑Klassifikation basiert auf visuellen Schätzungen der Staubopazität, die aus den roten und blauen Palomar‑Schmidt‑Aufnahmen abgeleitet wurden. Für LDN‑Objekte wie LDN 1236 bedeutet dies, dass sie nur dann katalogisiert wurden, wenn die Staubabsorption auf beiden Fotoplatten klar erkennbar war. Wolken mit einer Absorption unter etwa 0,75 mag wurden häufig nicht aufgenommen, was erklärt, warum LDN 1236 trotz seiner Größe nur schwach ausgeprägt erscheint.
Morphologisch zeigt LDN 1236 eine unregelmäßige, filamentartige Struktur, die typisch für diffuse Molekülwolken ist, die nicht durch starke externe UV‑Strahlung geformt werden. Die Wolke liegt in einem Bereich ohne intensive Sternentstehung, was sich in der Abwesenheit eingebetteter junger Sterne oder heller Reflexionsanteile widerspiegelt. Aufgrund der geringen Dichte und fehlender lokaler Ionisationsquellen zeigt LDN 1236 keinerlei Emissionslinien im optischen Bereich.
Die Region ist astrophysikalisch interessant, weil sie die Übergangsform zwischen dichten Bok‑Globulen und großflächigen Molekülwolken repräsentiert. Ihre geringe Opazität macht sie zu einem geeigneten Objekt für Untersuchungen der Staubverteilung im interstellaren Medium, insbesondere in Bereichen, die nicht durch massive Sterne beeinflusst werden. Die großräumige Umgebung im Draco‑Gebiet ist reich an diffusen Staubstrukturen, die zusammen ein komplexes Netz aus schwach absorbierenden Filamenten bilden.
LDN 1236 ist somit ein Beispiel für die subtilen, oft übersehenen Dunkelnebel, die dennoch wichtige Informationen über die Struktur und Dynamik des interstellaren Mediums liefern. Ihre Beobachtung erfordert lange Belichtungszeiten, hohe Bildtiefe und sorgfältige Hintergrundkalibrierung, da die Wolke nur durch minimale Helligkeitsunterschiede gegenüber dem Sternfeld auffällt.
Quellen
- Lynds, B.T. (1962): Catalogue of Dark Nebulae, Astrophysical Journal Supplement Series.
- HEASARC / CDS: LDN – Lynds Catalog of Dark Nebulae (Katalogbeschreibung, Opazitätskriterien, historische Daten).
annotierte Version


ohne Sterne sieht es oft noch eindrucksvoller aus
Aufnahme mit einen 8“ f4 , Newton und einer Monokamera in Linie 1 (Gartensternwarte)

AUFNAHMEDATEN
- EQ6-R in Gartensternwarte, guiding 80/240 mm, ZwoASi 220min, PHD2
- Skywatcher Quattro Newton 800 mm f4
- Touptek 2600kma, gain 100, offset 100, -5oC
- Baader LRGB 2“ (183:26:22:28*120s), ges. 8.6 h
- 50flts, darkflats, 100darks
- APP, PI, Affinity Photo 2
- Aufnahmedatum: 10.u.11.09.2024,
mit teils feuchtem, bodennebeligen seeing am 1.Tag, das zu übermächtigen Halos der großen Sterne geführt hat und zu ca. 40 % Ausschuß. Ideale Bedingungen für den eher dunklen Nebel wären extrem klare Nächte, aber woher nehmen bei uns?
