
- AUFNAHMEDATEN
- EQ6-R Pro in Gartensternwarte (Linie 1), guiding Skywatcher Evoguide 50Ed 230 mm, ZwoASI 220mini
- Skywatcher Quattro f4 200/800 mm
- Touptek 2600kma -5oC, gain 100/offset 100
- Baader 2“ LRGB (132*120s, 99:100:99*90s), SHII(rot), Ha (Grün) OIII (blau) (27:29:30*300s), gesamt 18 h
- 50flats, darkflats, 100darks
- Nina, APP, PI, Affinity V3 by Canva
- Aufnahme Daten: 27., 28., 30.12.2025, 10.01.2026 in einem kleinen Dorf an der Elbe in MV, Bortle 3-4, ca. 10 m ü.0
IC 405, der Flaming Star Nebel, ist ein Emissions‑ und Reflexionsnebel im Sternbild Fuhrmann (Auriga), der in einer Entfernung von etwa 1.500 Lichtjahren liegt und eng mit dem heißen O‑Stern AE Aurigae verbunden ist. Die charakteristische Erscheinung des Nebels entsteht durch das Zusammenspiel zweier physikalischer Prozesse: Die intensive ultraviolette Strahlung des Sterns ionisiert das umgebende Gas und erzeugt die rötliche H‑Alpha‑Emission, während gleichzeitig das Licht des Sterns an feinen Staubpartikeln gestreut wird und die bläulichen Reflexionsbereiche hervorruft. Diese Mischung aus Emission und Reflexion verleiht IC 405 sein flammendes, dynamisches Aussehen, das sich in geschwungenen Filamenten, dunklen Staubstrukturen und hellen, von AE Aurigae beleuchteten Zonen zeigt. Der Stern selbst ist ein sogenannter Runaway Star, der vermutlich durch ein dynamisches Ereignis im Orion‑Gebiet herausgeschleudert wurde und nun mit hoher Geschwindigkeit durch die interstellare Materie pflügt. Diese Bewegung erzeugt Stoßfronten und Verdichtungszonen, die das Gas im Nebel formen und teilweise komprimieren, wodurch IC 405 eine komplexe, fast turbulente Morphologie erhält.
Astrophysikalisch ist IC 405 ein Objekt zur Untersuchung der Wechselwirkung zwischen heißen Sternen und ihrer Umgebung. Obwohl der Nebel selbst keine ausgeprägte Sternentstehung zeigt, befindet er sich in einer Region, die reich an molekularem Material ist und mehrere junge Sterne enthält. Die Struktur des Nebels verdeutlicht, wie Strahlungsdruck, Sternwinde und Bewegung durch das interstellare Medium sichtbare Formen erzeugen können. Mit einer Winkelausdehnung von etwa 30 bis 40 Bogenminuten ist IC 405 ein großflächiges Objekt, das visuell nur unter sehr dunklem Himmel erkennbar ist, fotografisch jedoch seine volle Schönheit entfaltet. Schmalbandaufnahmen in Hα und OIII zeigen die filigranen Gasstrukturen, während RGB‑Belichtungen die Reflexionsanteile hervorheben. Für Beobachter in Mitteleuropa ist IC 405 ein klassisches Winterobjekt, das zwischen Dezember und Februar am besten sichtbar ist, jedoch im späten Frühjahr vollständig unter den Horizont sinkt.
Quellen: SIMBAD Astronomical Database, CDS Strasbourg; Gaia DR3 Astrometrie & Photometrie; Harris et al. (2010): Runaway Stars and Nebular Interaction; NASA/IPAC Extragalactic Database (NED); SEDS NGC/IC Catalogue.
annotierte Version:

Eine LRGB-Version sieht weicher aus. In diesem Fall fehlen die scharfen Kontraskanten.

