IC 5146 (Kokon-Nebel)

AUFNAHMEDATEN
EQ6-R Pro in Gartensternwarte, guiding SvBony 60/240 mm ZwoAsi220mini PHD2
TS Photon 10“ f4 Newton 256/1016 mm
Touptek APT3CMOS 2600kma, gain 100 offset 100, -5oC
Astrodon E-Series LRGB 50 mm (75:50:45:54*120s), Ha, OIII Baader 7 nm (48:40*300s) , gesamt 14.7h
50flats, darkflat, 100darks
Nina, APP, PI, Affinity Photo V3 by Canva
Aufnahmezeitpunkt: 07.,11.,12., u 14.10.2026, Dorflage Mecklenburg-Vorpommern Bortle 3-4

Der Klassiker Kokon-Nebel ist garnicht so lieblich, sondern eingebettet in grauen, braunen und roten Staub und liegt zudem in einer sehr sternreichen Gegend.

IC 5146, der Kokon‑Nebel, ist ein rund 3000 Lichtjahre entfernter Emissions‑, Reflexions‑ und Dunkelnebel im Sternbild Schwan, der ein aktives Sternentstehungsgebiet mit einem eingebetteten jungen offenen Sternhaufen darstellt. Das Objekt besitzt eine scheinbare Ausdehnung von etwa 10 Bogenminuten und eine physische Größe von ungefähr 10–15 Lichtjahren, abhängig von der zugrunde gelegten Entfernungsschätzung.

Der Nebel liegt am östlichen Ende der langgestreckten Dunkelwolke Barnard 168, die sich westwärts wie ein dunkler Schweif anschließt und Teil einer größeren Molekülwolke ist. Diese Umgebung liefert das Rohmaterial für die intensive Sternentstehung im Inneren des Nebels. Beobachtungen mit dem Spitzer‑Weltraumteleskop und dem Chandra‑Röntgenobservatorium zeigen hunderte junge stellare Objekte, die sowohl im ionisierten Gas des Nebels als auch in der infrarot‑dunklen Molekülwolke des „Schweifs“ eingebettet sind.

Im Zentrum des Nebels befindet sich der offene Sternhaufen Collinder 470, dessen Alter auf wenige hunderttausend bis etwa eine Million Jahre geschätzt wird. Der hellste Stern des Haufens, BD +46° 3474, ein heißer B‑Stern der Spektralklasse B0–B1 V mit etwa der 14‑fachen Sonnenmasse, ionisiert den Wasserstoff in seiner Umgebung und erzeugt so das charakteristische Leuchten des Nebels. Seine intensive UV‑Strahlung hat eine „Höhle“ in die umgebende Molekülwolke geformt, die den Blick auf den jungen Sternhaufen freigibt.

IC 5146 wurde am 11. Oktober 1893 von Edward Emerson Barnard auf fotografischem Wege entdeckt und 1894 unabhängig von Max Wolf erneut gefunden. Neben seiner IC‑Bezeichnung ist der Nebel unter zahlreichen weiteren Katalogeinträgen bekannt, darunter Sh2‑125, LBN 424, Ced 198 sowie als Caldwell 19 in der Deep‑Sky‑Liste von Patrick Moore. Die Kombination aus Emissions‑, Reflexions‑ und Dunkelanteilen sowie die markante Dunkelwolke Barnard 168 machen den Kokon‑Nebel zu einem eindrucksvollen Beispiel für die Wechselwirkung junger Sterne mit ihrer Geburtsumgebung.

Quellen: – König & Binnewies: Bildatlas der Sternhaufen & Nebel, Kosmos 2023. – O’Meara: The Caldwell Objects, Cambridge University Press 2016. – Kuhn et al.: Kinematics in Young Star Clusters, ApJ 870, 2019. – Herbig & Dahm: The Young Cluster IC 5146, AJ 123, 2001.

hier eine entsternte Crop-Version,

und die volle Version entsternt, wo man die Staubwolke in rot, (Ha) und braun (ein Teil der Dunkelwolke Barnard 168) und grau besser sehen kann