
- AUFNAHMEDATEN
- EQ6-R Pro in Gartensternwarte (Linie 1), guiding Skywatcher Evoguide 50Ed 230 mm, ZwoASI 220mini
- Skywatcher Quattro f4 200/800 mm
- Touptek 2600kma -5oC, gain 100/offset 100
- Baader 2“ LRGB (295:178:222:211*90s), gesamt 22.6 h
- 50flats, darkflats, 100darks
- Nina, APP, PI, Affinity V3 by Canva
- Aufnahme Daten: 18.-22.01.2026 in einem kleinen Dorf an der Elbe in MV, Bortle 3-4, ca. 10 m ü.0
Messier 78 (M78), katalogisiert als NGC 2068, ist ein ausgeprägter Reflexionsnebel im Sternbild Orion und Teil des weitläufigen Orion‑Molekülkomplexes, einer der aktivsten Sternentstehungsregionen der Milchstraße. Der Nebel liegt in einer Entfernung von etwa 1.600 Lichtjahren und besitzt eine scheinbare Helligkeit von rund 8,3 mag. Mit einer Ausdehnung von ungefähr 8 × 6 Bogenminuten zeigt M78 eine charakteristische bläuliche Färbung, die durch Streuung des Lichtes der eingebetteten Sterne an feinen Staubpartikeln entsteht. Die Hauptquellen dieser Beleuchtung sind die Sterne HD 38563 A und B, deren Strahlung den Staub zum Leuchten bringt, ohne nennenswerte Emissionslinien wie Hα oder OIII zu erzeugen.
Astrophysikalisch ist M78 ein bedeutendes Labor für die Untersuchung früher Sternentwicklungsphasen. Die Region enthält zahlreiche Young Stellar Objects (YSOs), darunter Protosterne, die starke Ausflüsse und Jets erzeugen. Besonders hervorzuheben sind mehrere Herbig‑Haro‑Objekte (u. a. HH 24, HH 25 und HH 26), die als direkte Signaturen aktiver Sternentstehung gelten. Die komplexen Staubstrukturen und Dunkelnebel in der Umgebung – darunter die nahegelegenen Objekte NGC 2064, NGC 2067 und NGC 2071 – verdeutlichen die dynamische Natur des Molekülkomplexes. M78 ist damit ein Schlüsselobjekt zur Erforschung der Physik von Molekülwolken, Akkretionsprozessen und der Entwicklung junger Sterne.
Beobachter finden M78 nördlich des Orionnebels (M42), eingebettet in ein Netzwerk aus Staub und schwachen Nebeln. Unter guten Bedingungen erscheint er bereits im kleinen Teleskop als heller, diffuser Nebel mit einem markanten Kernbereich. Aufgrund seiner Natur als Reflexionsnebel ist M78 besonders empfindlich gegenüber atmosphärischer Transparenz und Lichtverschmutzung; fotografisch zeigt er feine Staubfilamente, die hohe Anforderungen an Optik und Nachbearbeitung stellen. Schmalbandfilter sind für dieses Objekt ungeeignet, da der Nebel kaum Emissionslinien abstrahlt.
Quellen: (1) NASA/IPAC Extragalactic Database (NED) (2) ESA – Gaia Early Data Release 3 (3) SIMBAD Astronomical Database, Centre de Données astronomiques de Strasbourg (4) Bally, J. (2008): Overview of the Orion Complex, in Handbook of Star Forming Regions (5) SEDS Messier Database
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