
- AUFNAHMEDATEN
- EQ6-R Pro in Gartensternwarte, guiding SvBony 60/240 mm ZwoAsi220mini PHD2
- TS Photon 10“ f4 Newton 256/1016 mm
- Touptek APT3CMOS 2500kma, gain 100 offset 100, -5oC
- Astrodon LRGB 50 mm (290:60:80:78*90s), Baader CCD 2“ Ha(107*300s), gesamt 21.2 h
- 50flats, darkflat, 100darks
- Nina, APP, PI, Affinity Photo V3 by Canva
- Aufnahmezeitpunkt: 06., 08., 09.03.2026, Dorfage Mecklenburg-Vorpommern Bortle 3-4
Die M81-Gruppe im Großen Wagen ist eine Galaxiengruppe, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserer Lokalen Gruppe befindet. Zur lokalen Gruppe gehört neben der Milchstraße auch die Andromedagalaxie. Insgesamt gehören an die 60 Galaxien zu dieser Gruppe, wobei sich sieben große Galaxien darunter befinden. Die beiden bekanntesten Galaxien der Gruppe, M81 und M82, wurden am 31. Dezember 1774 vom deutschen AstronomenJohann Elert Bode entdeckt. Unabhängig davon wurden beide Galaxien im August 1779 von Pierre Méchain gefunden, welcher sie von Charles Messier in seinen Katalog aufnehmen ließ „Der Nebel ist ein wenig oval, das Zentrum klar (M81)“. Alle NGC-Objekte in der M81-Gruppe wurden zwischen 1788 und 1801 auch von Wilhelm Herschel gesichtet und katalogisiert.
M81, Bodes Galaxie, ist 11.8 Mill. LJ entfernt von uns, genau vermessen durch Lichtkurven von 32 Cepheiden. Im Kern liegt ein gewaltiges schwarzes Loch von 60 Millionen Sonnenmassen. 210 Kugelsternhaufen wurden identifiziert und ca. 114 offene Sternhaufen. SN 1993 wurde eine Supernova registriert.

M82, „Zigarrengalaxie“, ist eine Spiralgalaxie mit den Abmessungen 11,2′ × 4,3′ und der scheinbaren Helligkeit von 8,6 mag im Sternbild Großer Bär. Messier: „Nebel ohne Stern nahe dem vorhergehenden (M81) und er ist länglich (09.02.1781)“. M82 ist schwerkraftmäßig an die größere Spiralgalaxie M81 gebunden und bildet mit dieser den Kern der M81-Galaxiengruppe. Lange Zeit ging man von einem irregulären Galaxietyp aus. Neuere Untersuchungen im Infrarot zeigen jedoch Spiralarme. Die Galaxie entspricht damit wahrscheinlich dem Typ einer Balkenspiralgalaxie (Sbc). Man geht davon aus, dass M82 bei einem nahen Vorbeiflug an M81 vor etwa 500 Millionen Jahren dramatisch verändert wurde. Im inneren Bereich hat sich die Rate, mit der neue Sterne aus interstellarer Materie entstehen, stark erhöht (Starburst). Dadurch ist M82 eine der hellsten Infrarotgalaxien und eine der hellsten Galaxien im Radiobereich (Ursa Major A). Als Folge des Starburst entsteht durch Supernovaexplosionen eine turbulente Gasbewegung, die als Ausströmung senkrecht zur Galaxienebene von M82 beobachtet wird (s. Bild Mitte, Schmallbandfilteraufnahme). In der Zukunft wird es einen weiteren Kontakt der beiden Galaxien geben.
Durch ihre Nähe und Helligkeit ist M82 eine der bestuntersuchten Starburstgalaxien. Sie enthält in einem Sternhaufen die die ultrahelle Röntgenquelle M82 X-1. Das mittelschwere Schwarze Loch mit rund 415 Sonnenmassen wird von einem überschweren Stern umkreist. Im Jahre 2014 wurde mit M82 X-2 eine weitere Ultraleuchtkräftige Röntgenquelle entdeckt, wobei die Strahlung hier von einem Röntgenpulsar ausgeht.
(1) NASA/IPAC Extragalactic Database – M81 & M82 (2) NASA Goddard – M81 Galaxy Group Interactions (3) Hubble Space Telescope – M81 and M82 Multi‑wavelength Imaging (4) ESO – Starburst Phenomena in M82 (5) Astrophysical Journal – Gas Dynamics and Tidal Bridges in the M81 Group (6) arXiv: M81–M82 Interaction History and Starburst Triggering Mechanisms
In dieser Sektion um M81&M82 ist ein speziller Interstellarer Flux-Nebel (IFN) bekannt.

AUFNAHMEDATEN
- EQ6-R Pro in Gartensternwarte (Linie 1), guiding Skywatcher Evoguide 50Ed 230 mm, ZwoASI 220mini
- Skywatcher Quattro 8“ f4 (200/800 mm)
- Touptek APT3CMOS 2500kma, gain 100 offset 100, -5oC
- Baader 2“ LRGB (143:30:30:78*180s), Ha (46*300s), gesamt 17.9 h
- 50flats, darkflat, 100darks
- Nina, APP, PI, Affinity Photo 2
- Aufnahmezeitpunkt: 11.-24.02.2025
Der Interstellare Flux‑Nebel (IFN) im Gebiet der Galaxien M81 und M82 gehört zu den eindrucksvollsten Beispielen für hochgalaktischen Zirrus, der nicht durch einzelne Sterne, sondern durch den integrierten Strahlungsfluss der gesamten Milchstraße beleuchtet wird. Diese extrem lichtschwachen Staub‑ und Gasstrukturen liegen weit oberhalb der galaktischen Ebene und erscheinen nur in tiefen Belichtungen als feine, filamentartige Reflexionsnebel. Das Gebiet um M81/M82 ist astrophysikalisch besonders interessant, weil sich hier die großräumigen Staubwolken des galaktischen Zirrus mit den Wechselwirkungsstrukturen der M81‑Gruppe überlagern. Die IFN‑Strukturen sind kein Bestandteil der Galaxien selbst, sondern liegen innerhalb der Milchstraße, typischerweise in Entfernungen von wenigen hundert Lichtjahren. Ihre Sichtbarkeit entsteht durch die Streuung des galaktischen Hintergrundlichts an Staubkörnern, die im Infrarot durch IRAS und später Planck als Teil des „high‑latitude cirrus“ kartiert wurden.
Im Umfeld von M81 und M82 zeigt der IFN ein komplexes Muster aus Staubfilamenten, Reflexionsbögen und diffusen Wolken, die sich über mehrere Grad erstrecken. Diese Strukturen wurden erstmals auf tiefen Palomar‑Platten von Allan Sandage identifiziert und später durch Steve Mandel im Mandel‑Wilson Catalogue als IFN klassifiziert. Die Region ist ein Paradebeispiel dafür, wie galaktischer Zirrus extragalaktische Beobachtungen beeinflussen kann: Die feinen Staubschichten liegen im Vordergrund und überlagern die Galaxien, wodurch die Interpretation von Hintergrundlicht, Halostrukturen und schwachen extragalaktischen Merkmalen erschwert wird. Gleichzeitig bietet der IFN um M81/M82 eine seltene Gelegenheit, die Staubverteilung der Milchstraße in hoher galaktischer Breite zu untersuchen, da die Beleuchtung durch das integrierte galaktische Strahlungsfeld besonders effizient ist.
Astrofotografisch zählt der IFN im M81/M82‑Gebiet zu den anspruchsvollsten Objekten überhaupt. Die Strukturen besitzen extrem geringe Flächenhelligkeiten und erfordern Belichtungszeiten von 20–40 Stunden oder mehr, um die feinen Staubschichten sichtbar zu machen. Moderne CCD‑ und CMOS‑Sensoren sowie sorgfältige Hintergrundkalibrierung ermöglichen heute eine Darstellung, die früher nur mit professionellen Observatorien möglich war. Die Region zeigt eindrucksvoll, wie der galaktische Zirrus als Reflexionsmedium des Milchstraßenlichts wirkt und dabei Strukturen offenbart, die weder mit klassischen Nebeln noch mit extragalaktischen Objekten vergleichbar sind.
Der IFN um M81 und M82 ist damit ein Schlüsselobjekt für das Verständnis des interstellaren Mediums, der Staubphysik und der Wechselwirkung zwischen galaktischem Strahlungsfeld und hochgalaktischen Staubwolken. Seine Nähe, Komplexität und Überlagerung mit einem der bekanntesten Galaxienpaare machen ihn zu einem der wissenschaftlich und fotografisch bedeutendsten IFN‑Gebiete am Nordhimmel.
Quellenangaben
(1) Sandage, A. – Diffuse Reflection Nebulae at High Galactic Latitude, ApJ (2) IRAS Sky Survey Atlas – High‑Latitude Cirrus Mapping (3) Planck Collaboration – Thermal Dust Emission and Galactic Cirrus (4) Mandel, S. – Mandel‑Wilson Catalogue of Unexplored Nebulae (5) NASA/IPAC – M81/M82 Region Multi‑wavelength Data (6) Hubble/GALEX/Spitzer Imaging – M81 Group and Foreground Dust Structures

Hier noch eine widefile-Aufnahme der Gegend, wo der IFN noch besser zu erkennen ist.

AUFNAHMEDATEN
- EQ6-R Pro in Gartensternwarte (Linie 1), guiding Skywatcher Evoguide 50Ed 230 mm, ZwoASI 220mini
- Skywatcher Quattro 8“ f4 (200/800 mm)
- Touptek APT3CMOS 2500kma, gain 100 offset 100, -5oC
- Baader 2“ LRGB (143:30:30:78*180s), Ha (46*300s), gesamt 17.9 h
- 50flats, darkflat, 100darks
- Nina, APP, PI, Affinity Photo 2
- Aufnahmezeitpunkt: 11.-24.02.2025

