
NGC 2359, „Thors-Helmet“, ist ein Wolf‑Rayet‑Emissionsnebel im Sternbild Großer Hund, dessen komplexe Gasstruktur durch den extrem energiereichen Stern WR 7 (HD 56925) geformt wird. Der Nebel liegt rund 15.600 Lichtjahre entfernt und zeigt eine charakteristische Blasenform mit einer Winkelausdehnung von etwa 9′ × 6′. Seine Expansion erfolgt mit rund 26 km/s, und die Masse der Blase wird auf 70–140 Sonnenmassen geschätzt. Die Ionisation des Nebels wird nicht – wie bei vielen anderen Emissionsnebeln – durch O‑Sterne oder weiße Zwerge verursacht, sondern durch den Wolf‑Rayet‑Stern selbst, der mit einer Effektivtemperatur von etwa 50.000 K und starkem Sternwind die äußeren Hüllen in den interstellaren Raum treibt.
Spektralanalysen zeigen, dass der Nebel aus einer Mischung aus früher vom Stern abgestoßenem Material und dem umgebenden interstellaren Medium besteht, das durch den Sternwind verdichtet und ionisiert wird. Darüber hinaus wurde in jüngsten Radiofrequenzbeobachtungen eindeutig Synchrotronstrahlung nachgewiesen, erkennbar an steilen Spektralindizes unter −0.5 sowie einem charakteristischen Turnover unterhalb von etwa 1 GHz. Dieser wird primär durch den Razin‑Tsytovich‑Effekt und in geringerem Maße durch freie‑freie Absorption verursacht. Damit ist NGC 2359 erst das zweite bekannte Wolf‑Rayet‑Bubble‑System mit gesicherter nicht‑thermischer Emission, was seine Bedeutung für die Erforschung galaktischer kosmischer Strahlen unterstreicht.
Millimeter‑ und HI‑Beobachtungen identifizieren mehrere Molekül‑ und Atomwolken mit unterschiedlichen Radialgeschwindigkeiten (CO bei ~37, ~54 und ~67 km/s; HI bei ~54 und ~63 km/s), die trotz ihrer Geschwindigkeitsunterschiede mit dem Nebel assoziiert sind. Die Wolken bei 37 und 54 km/s zeigen erhöhte Temperaturen (17 K bzw. 61 K), was auf starke UV‑Heizung durch den WR‑Stern hinweist. Die Dynamik dieser Wolken – insbesondere die große Impulsdifferenz – lässt sich nicht allein durch den Sternwind erklären. Daher wird ein Cloud‑Cloud‑Collision‑Szenario favorisiert, bei dem die Kollision zweier CO‑Wolken die Entstehung des massereichen Vorläufersterns ausgelöst hat. NGC 2359 stellt demnach die Endphase einer solchen Kollision dar.
Quellen
(1) Wikipedia: NGC 2359 – Daten & physikalische Eigenschaften (2) Saha et al. (2026): Investigating particle acceleration in the Wolf‑Rayet bubble NGC 2359 – Nachweis nicht‑thermischer Emission (3) Sano et al. (2017/2020): Molecular and Atomic Clouds toward NGC 2359 – CO/HI‑Wolken & Cloud‑Cloud‑Collision‑Szenario
| Objekt: | NGC 2359 Thors Helmet |
| Datum: | 24.12.2021 |
| Teleskop: | Teleskop: TSOptics 10“ f4 (250/1000 mm) Newton |
| Korrektor: | 2“ TSGPU |
| Montierung: | EQ6-R-Pro |
| Steuersoftware: | Nina |
| Guiding: | SvBony 60/200 mm, ZwoASI 120MM-s |
| Kamera: | ZwoASI 533 McPro gain 101, -10oC, |
| Filter: | Optolong 2“ L-enhance Filter |
| Belichtung: | 19x150s |
| Flats&Co | 50Flats, 50 darkflats, 30 Darks |
| Bildentwicklung | PH2D, Astropixelprozessor, Affinity Photo |
Version ohne Sterne:


Die Aufnahme entstand in der Tat am 24.12.2021 in einem kurzen Zeitintervall in meinem Garten durch 2 hohe Fichten des Nachbarns hindurch. Viel Zeit blieb nicht. Inzwischen sind die Fichten noch breiter geworden, sadass bei der tiefen Stellung von Thors Helmet in MV praktisch kaum eine Chance entsteht für weitere Aufnahmen…..
Aber ……. sage niemals nie. Über die Remotesternwarte in Hakos, Namibia konnte ich als VDS-Mitglied zusammen mit einem Poweruser doch eine weitere Aufnahme machen von einem Standort in der Südhalbkugel. Bednkt man die viel bessere Ausrüstung, das bessere Seeing in Namibia und die 4 mal längere Belichtungszeit, so finde ich mein „Weihnachtsgeschenk“ aus MV nicht so schlecht im Vergleich.

Aufgenommen in der VdS Remote-Sternwarte Hakos, Namibia am 11.01.2024, Operator J.Junius, J. Jahn, Bildauswertung P. Nielsen (Details zur VdSremotesternwarte s. Andreas (@Speedy73)
TS 12″ f4.56 Newton-Astrograph (305/1.391 mm), kein guiding
Montierung 10Micron GM3000 Goto
Kamera: Lacerta DeepSkyPro2600 (Mono), gain 100, offset 100, -10oC
Filter: 2“ Astronomik DeepSky LRGBHaOIII composite (34:10:10:10*120s, 34:34X300s), gesamt 7.5 h
Masterflats, Masterdark
Nina, APP, PI, Affinity Photo
(Norden ist oben)
CS Peter
