NGC 6888  (Crescent Nebula/ Mondsichelnebel)

NGC 6888 (Sharpless 105, Caldwell 27) ist ein Wolf‑Rayet‑Emissionsnebel im Sternbild Schwan, ist etwa 4700–5000 Lichtjahre entfernt, geformt durch die extremen Sternwinde des Wolf‑Rayet‑Sterns WR 136. Er zeigt eine doppelte Schockschale, starke Hα- und OIII-Emission und ist eines der markantesten Sommerobjekte der Milchstraße. Winkelausdehnung: 18′ × 12′, Scheinbare Helligkeit: ~7.4 mag (visuell sehr schwach).

Entdeckung: Wilhelm Herschel, 1792.

Der WR-Stern HD 192163 ist ein extrem heißer, massereicher Stern mit ca. 15 Sonnenmassen und hat ca. die 260.00fache Leichtkraft der Sonne, ist mit ca. 4.7 Mio Jahre alt (also jung) und ist möglicherweise sogar ein Doppelsternsytem. Er schleudert Materie mit 2000–3000 km/s ins All . In einer früheren Phase als Roter Riese hat er offenbar bereits eine langsamere Hülle vor 250 000–400 000 Jahren abgestoßen. Aktuell kommt es zu Kollisionen → dichte Schale + zwei Schockwellen, äußere Schockwelle: erzeugt grüne filamentartige Strukturen (OIII), innere Schockwelle: erhitzt Gas auf X‑Ray‑Temperaturen

RA: 20h 12m, Dec: +38° 21′

WR 136 wird sein Leben in einer Supernova beenden. Die Schockfront dieser Explosion könnte die Nebelschale erneut komprimieren und zum Leuchten bringen.

Diese reizvolle Zie hat mich schon Jahre lang begeistert und ich haben mit verschiedenen Teleskopen und Kameras Aufnahmen gemacht, die im folgenden dargestellt sind. Der Beginn ist eine widefield-Aufnahme mit einer Vollformatkamera und einem Apo (480 mm). Mit Schmalbandfiltern wie dem L-extrem-Filter sieht man die großflächigen Ha-leuchtenden Nebelstrukturen in diesem Gebiet.

02.06.2026

Montierung/Guiding:EQ6-R mobil im Garten (Linie 2) , guiding 60/240 mm, ZwoASi 120mm, PHD2
Teleskop:William Triple Apo Megrez 80/480
Kamera:Canon 6D, iso 3200
Filter/Belichtung:2“ Astronomik L2-Filter (46x180s), Optolong L-extreme (102*300s), gesamt 10.8 h
SoftwareAPP, PI, Affinity V3
Aufnahmedatum:Aufnahmedatum: 24.,25.,27.31.05.2026, Dorflage Mecklenburg-Vorpommern an der Elbe, Bortle 4

Den kleinen Seifenblasennebel PN G75.5+1.7 kann man hier gerade so  sehen, wenn man weiß, wo er liegt. Davon später mehr. 

annotierte Version davon:

weiter geht es mit dem Gegenteil, mit der größten Brennweite, die ich habe:

Aufnahmedaten

  • EQ6-R in Gartensternwarte
  • GSO RC 8“ (200/1600 mm), guiding Svbony 60/240 mm, ZwoASI 120MM-S
  • ZwoASI 533 MC Pro, gain 101, -10oC
  • Astronomik L2 (31×90 s), Optolong L-extreme (141 x 180s) gesamt 7.8 h
  • Nina, PHD2, APP, Starnett++, Affinity Photo 2
  • Aufnahmedatum 30.05.-28.06.2022

Ein reines RGB Bild ist gut für die natürlichen Sternfarben, aber die spezifischen Schockfronten hier mit OIII und Ha werden damit nicht entsprechend gewürdigt. Das ist besser mit einer Kombination von RGB und Schmalbandaufnahmen:

annotierte Version

ohne Sterne sieht man den Effekt von Schmalbandfilter noch deutlicher: RGB Bild, dann L-Extreme Bild, dann Ha aus dem L-extremebild extrahiert, dann OIII aus dem L-Extrembild extrahiert.

Man sieht deutlich die unterschiedliche Kontrastverstärkung bei Schmalbandfiltern spezifisch für Ha bzw. OIII.

Hier ein Kompromiss aus beiden Extremen: ein 10“ Newton 1000 mm Brennweite und eine APS-C Kamera (Mono).

Hier die LRGB-Variante.

  • EQ6-R in Gartensternwarte
  • TsOptics 10“ f4 /250/1000 mm), guiding SvBony 60/240 mm ZwoASI120mm-s
  • ZwoAsi1600MM Pro, -15oC
  • Filter TsOptics LRGB 1.25“ (97:36:36:36*60s, gain 76), 1.25“ SvBony Ha 7 nm (61*300s, gain 136), 1.25“ Astronomik OIII 6 nm (20*300s), gesamt 10.1 h
  • Flats, Darkflats, Darks, Bias
  • Nina, PhD2, APP, Starnett++, Affinity Photo 2

Orientierung: Up is 348.9 degrees E of N (astrometry.net)

Aufnahmedatum: 04.-13.06.2023

LRGBHaOIII-Variante (mit RGB-Sternen)

annotierte Version

Hier ohne Sterne, um den Seifenblasennebel am linken Rand besser zu erkennen.

Hier ist der Seifenblasennebel PN G75.5+1.7 größer zu sehen, bleibt aber schwach. Wenn man nicht genau weiß, wo er liegt, ist es im Bild mit Sternen schwer zu entdecken. Ein Tipp ist einer Sternkette wie ein großes ligendes „S“ in der Gegend zu folgen, die dann am oberen S-Ende darauf zeigt.

Der Seifenblasennebel ist ein extrem lichtschwacher, nahezu perfekt runder planetarischer Nebel im Sternbild Schwan, entdeckt erst 2008 durch den Amateurastronomen Dave Jurasevich und im Juli 2009 von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) offiziell als planetarischer Nebel klassifiziert.

Er liegt vermutlich rund 4.000 Lj entfernt, misst etwa 260″ (≈ 4,3′ × 3,9′) und zeigt eine dünne, gleichmäßige Hα/OIII‑Schale, die wie eine kosmische Seifenblase wirkt. Der Nebel ist eine fast perfekte sphärische Gasblase, entstanden durch das Abstoßen der äußeren Sternhülle eines sonnenähnlichen Sterns. Die OIII‑Emission bildet eine dünne äußere Schale, Hα zeigt zusätzliche innere Ringsegmente. Die extrem geringe Oberflächenhelligkeit erklärt, warum der Nebel trotz seiner Lage in einer gut erforschten Region erst so spät entdeckt wurde. Ein Traum jedes Amateur-Astrofotographen