
AUFNAHMEDATEN
- Montierung: Skywatcher EQ6-R Pro
- Teleskop: TsOptics 10“ f4 (250×1000 mm) Newton
- Kamera: Canon 6Da iso 3200
- Belichtung: Optolong-Filter L-enhance 44x 150s
- Software: N.i.n.a., PHD2, Astropixel-Prozessor, Affinity Photo
- Feb. 2022
Der Pferdekopfnebel (Barnard 33) ist eine markante Dunkelwolke im Sternbild Orion, die sich als silhouetteartige Struktur vor dem rötlich leuchtenden Emissionsnebel IC 434 abhebt. Die Dunkelwolke besteht aus dichtem interstellarem Staub und Gas, das das Licht des dahinterliegenden ionisierten Wasserstoffs absorbiert. Der Nebel befindet sich in einer Entfernung von etwa 1500 Lichtjahren und gehört physikalisch zum Orion‑Molekülwolkenkomplex, einem der nächsten aktiven Sternentstehungsgebiete der Milchstraße. Seine Winkelausdehnung beträgt rund 8′ × 6′, womit er am Himmel etwa ein Viertel der Mondgröße erreicht. Aufgrund seiner geringen Oberflächenhelligkeit ist der Pferdekopfnebel erst mit Teleskopen mittlerer Apertur oder durch Langzeitbelichtungen sichtbar.
Die charakteristische Form des Nebels entsteht durch eine dichte, säulenartige Staubstruktur, die sich aus der größeren Molekülwolke Orion B heraushebt. Diese Struktur liegt direkt vor der H‑II‑Region IC 434, deren rötliche Emission durch die intensive UV‑Strahlung des massereichen Mehrfachsystems Sigma Orionis erzeugt wird. Die Strahlung dieses OB‑Sternsystems ionisiert das Gas von IC 434 und erzeugt gleichzeitig eine Photodissoziationsregion (PDR) an der Oberfläche des Pferdekopfnebels. In dieser Übergangszone wird neutrales Gas durch UV‑Strahlung erhitzt, chemisch verändert und dynamisch komprimiert, was zur Ausbildung dichter, widerstandsfähiger Materialklumpen führt. Magnetfelder spielen dabei eine zusätzliche stabilisierende Rolle. Die Masse des Pferdekopfnebels wird auf etwa 27 Sonnenmassen geschätzt, und seine Struktur gilt als ein Beispiel für die Wechselwirkung zwischen massereichen Sternen und den Gaswolken, aus denen sie hervorgegangen sind. Die Entdeckung des Nebels erfolgte erst 1887 durch Williamina Fleming, die ihn auf fotografischen Platten als dunkle Einbuchtung vor IC 434 identifizierte.
Quellen
(1) Wikipedia: IC 434 – Emissionsnebel und Hintergrund des Pferdekopfnebels (2) Wöhrmann & Holtkamp (2024): Der Pferdekopfnebel im Orion – B33 (3) Wikipedia: Pferdekopfnebel – Barnard 33
