Sh2-199 (Seelenenebel)

  • EQ6-R mobil im Garten (Linie 2) , guiding 60/240 mm, ZwoASi 120mm, PHD2
  • Teleskop: William Triple Apo Megrez 80/480
  • Kamera: Canon 6D, iso 3200
  • 2“ Astronomik L2-Filter (90*180s), L-extreme (131*300s), gesamt 15.4 h
  • Kamera: Canon 6D, iso 3200,
  • APP, PI, Affinity V3

hier nur der RGB Anteil gezeigt.

Die ganze Geschichte drumrum findet sich hier: IC1848, Seelennebel mit DSLR und L-extreme (jetzt inkl. Link zu den stacks).

Aufnahmedatum: 15., 18., 23. 24. u. 25.12.2025

Der Seelennebel (IC 1848), auch als Sharpless 2‑199 oder W5 bezeichnet, ist eine großräumige H II‑Region im Sternbild Kassiopeia und gehört zu den bedeutendsten Sternentstehungsgebieten des Perseus‑Arms der Milchstraße. Mit einer Entfernung von etwa 7.500 Lichtjahren und einer physikalischen Ausdehnung von rund 100 Lichtjahren bildet er zusammen mit dem benachbarten Herznebel (IC 1805) einen zusammenhängenden Komplex aus ionisiertem Gas, jungen Sternhaufen und aktiven Sternentstehungszonen. Die intensive ultraviolette Strahlung junger, massereicher O‑ und B‑Sterne ionisiert den Wasserstoff des Nebels und erzeugt die charakteristische rötliche Emission im H‑Alpha‑Bereich, während die Sternwinde dieser Sterne große Hohlräume in das interstellare Medium treiben. An den expandierenden Stoßfronten dieser Hohlräume verdichtet sich das Gas, wodurch eine getriggerte Sternentstehung einsetzt, die sich in Form von dichten Globulen, Säulenstrukturen und eingebetteten Protosternen zeigt.

Beobachtungen im Infrarotbereich, insbesondere durch das Spitzer Space Telescope, belegen eine ausgeprägte Altersgradientenstruktur innerhalb des Nebels: Die ältesten Sterne befinden sich im Zentrum der durch Sternwinde freigeräumten Kavitäten, während jüngere Sterne entlang der äußeren Stoßfronten entstehen. Diese sequenzielle Sternentstehung ist ein charakteristisches Merkmal des W5‑Komplexes und macht den Seelennebel zu einem wichtigen astrophysikalischen Labor für die Untersuchung der Wechselwirkung zwischen massereichen Sternen und dem interstellaren Medium. Innerhalb des Nebels liegen mehrere junge offene Sternhaufen, darunter IC 1848 selbst sowie Cr 34, Cr 632 und Cr 634, die das dynamische Entwicklungsstadium der Region widerspiegeln. Der Nebel ist zudem über eine Gasbrücke mit dem Herznebel verbunden, wodurch beide Objekte als zusammenhängende Struktur erscheinen, die sich über mehrere Grad am Himmel erstreckt und bereits früh fotografisch erfasst wurde. Seine Aufnahme in den Second Index Catalogue (IC) geht auf die Arbeiten von Edward Emerson Barnard und späteren systematischen Himmelsdurchmusterungen zurück.

Quellen

  • Koenig, X. et al. (2008): Spitzer Observations of W5: Sequential Star Formation in a Massive Star-Forming Region, Astrophysical Journal.
  • Megeath, S. T. et al. (2005): Spitzer Studies of Triggered Star Formation in H II Regions, ApJ.
  • Sharpless, S. (1959): A Catalogue of H II Regions, ApJS.
  • NASA/IPAC Extragalactic Database (NED): Objektinformationen zu IC 1848.
  • SIMBAD Astronomical Database: Einträge zu IC 1848 / W5.
  • Westerhout, G. (1958): A Survey of Radio Sources in the Galactic Plane, Bull. Astron. Inst. Netherlands.

annotierte Version

hier die Version Composite RGB HaOIII (extrahiert aus L-extreme und eingefärbt)

hier eine Version mit einem 10“Newton und einer Canon6D mit L extreme Filter

  • EQ6-R mobil im Garten (Linie 2) , guiding 60/240 mm, ZwoASi 120mm, PHD2
  • Teleskop: TsOptic Photon 10“ f4 mit TSGPU Komakorrektor
  • Kamera: Canon 6D, iso 3200
  • L-extreme (67*180s) gesamt 3.4 h
  • APP, PI, Affinity V3