
- EQ6-R Pro in Gartensternwarte, guiding SvBony 60/240 mm ZwoAsi220mini PHD2
- TS Photon 10“ f4 Newton 256/1016 mm
- Touptek APT3CMOS 2600kma, gain 100 offset 100, -5oC
- Astrodon E-Series RGB 50 mm (64:54:60*120s), Ha, OIII Baader 7 nm (60:48*300s) , gesamt 10 h
- 50flats, darkflat, 100darks
- Nina, APP, PI, Affinity Photo V3 by Canva
- Aufnahmezeitpunkt: 21.,22., 25., 26.09, 2.,4.,5.10. in kurzen Sequenzen Dorflage Mecklenburg-Vorpommern Bortle 3-4
Sh2‑91 ist ein extrem lichtschwacher, filamentartiger Emissionsnebel im Sternbild Cygnus, der den südlichsten und ausgedehntesten Teil des Supernova‑Überrests G65.2+5.7 bildet. Das Objekt liegt rund 800 pc (≈ 2600 Lj) vom Sonnensystem entfernt und erstreckt sich über etwa 120′ × 20′ am Himmel. Seine Struktur zeigt lange, dünne Filamente, die nur mit speziellen Schmalbandfiltern (Hα, O III) fotografisch erfassbar sind. Die Beobachtung ist aufgrund der geringen Flächenhelligkeit schwierig; am besten gelingt sie zwischen Juni und Dezember, besonders aus nördlichen Breiten.
Der Nebel liegt etwa 1° nördlich von Albireo (β Cygni) und befindet sich in einer Region dichter molekularer Wolken, die Teil des Great Rift im Schwan sind. G65.2+5.7 selbst ist eine große superbubble mit einer Ausdehnung von rund 180 pc (≈ 587 Lj) und liegt etwa 80 pc (≈ 261 Lj) über der galaktischen Ebene. Sh2‑91 zeigt eine starke Polarisation, was auf ein ausgeprägtes Magnetfeld im Filament hinweist.
Historisch wurde Sh2‑91 1959 von Stewart Sharpless im Catalogue of H II Regions als „sehr langes, dünnes Filament“ beschrieben. Später wurde es von Beverly T. Lynds als LBN 147 in den Catalogue of Bright Nebulae aufgenommen. Obwohl Sh2‑91 in älteren Katalogen als H‑II‑Region geführt wurde, zeigen moderne Beobachtungen eindeutig, dass es sich um ein Filament des Supernova‑Überrests G65.2+5.7 handelt.


Die physikalischen Eigenschaften des Überrests wurden in mehreren Studien untersucht: Radiobeobachtungen zeigen die niedrige Oberflächenhelligkeit des SNR, während Röntgenmessungen auf eine komplexe Struktur mit kühler Schale hinweisen. Die starke Polarisation und die filamentartige Morphologie deuten auf Wechselwirkungen zwischen Stoßfront, Magnetfeld und interstellarem Medium hin.

Quellen
[1] Sharpless, S., A Catalogue of H II Regions, ApJS 4, 1959.
[2] Lynds, B. T., Catalogue of Bright Nebulae, ApJS 12, 1965.
[3] Shelton, R. L., Kuntz, K. D., Petre, R., G65.2+5.7: A Thermal Composite Supernova Remnant, ApJ 615, 2004.
[4] Xiao, L., Reich, W., Fürst, E., Han, J. L., Radio properties of the low surface brightness SNR G65.2+5.7, A&A 503, 2009.
